Balance zum geschäftigen Stadtleben / Wissenschaftsminister, Radiointerview

Grünflächen und ihre Funktionen in der Stadt

Hallo an all meine Leser,

heute möchte ich Ihnen ein wenig davon erzählen, welch wichtige Rolle Grünflächen innerhalb der Stadt spielen – das Ganze ist von meinen Erlebnissen und dem Topic der WorldExpo 2010 inspiriert, natürlich.

Viele Haushalte in Deutschland, vor allem in kleineren Städten, haben eine kleine Oase der Erholung direkt vor der Haustür: den Garten.

Je größer die Stadt und mit ihr die Bevölkerung jedoch ist, desto seltener trifft man auf Haushalte, die es sich leisten können, einen Garten neben dem Eigenheim anzulegen. Gerade in chinesischen Großstädten sind Gärten gar kein Thema. Umso größer deshalb die Faszination der chinesischen Besucher im Deutschen Pavillon, wenn sie sehen, wie idyllisch es teilweise die Deutschen mit ihren Gärten haben. Eine gängige Methode, um in deutschen Großstädten bzw. Stadtzentren doch nicht auf die eigene grüne Oase verzichten zu müssen, ist es, sich einen Schrebergarten zu mieten, um in diesem Obst und Gemüse anzubauen oder ihn einfach als Erholungsort und Ausgleich zum turbulenten Stadtleben zu nutzen.

Ganz knapp: Vorzug des ländlichen Raumes als Lebensraum – Natur satt. als Naherholungsgebiet, als Teil des (bezahlbaren) Eigenheims, als bester Spielplatz für die Kinder. Und Hochfranken hat noch mehr zu bieten: Karriere im gesunden Mittelstand zum Beispiel, bewiesenermaßen krisenfest!

Neben diesen Nutzungsmöglichkeiten kann der Garten auch Treffpunkt unterschiedlicher Kulturen sein. Ein besonderes Projekt, welches sich seit den neunziger Jahren stark in Deutschland etablieren konnte, sind die sogenannten „Interkulturellen Gärten“. Initiator dieses Projektes waren nach Deutschland immigrierte Einwanderer, die ihre Gärten in der Heimat vermissten. Um auch in der neuen Heimat nicht auf die Gartenkultur verzichten zu müssen, wurden mit Einverständnis der jeweiligen Stadtverwaltung Grünflächen in der Stadt, wie beispielsweise Teile von Parks, zu kleinen Gärten umfunktioniert, in denen die Einwanderer begannen, Obst und Gemüse anzubauen. Im Laufe der Zeit gesellten sich Einheimische zu den Immigranten und so entstand eine gemeinschaftliche Tätigkeit, die den kulturellen Austausch und das gegenseitige Verständnis förderten. Ausgangsort interkultureller Gärten war damals Göttingen und in den letzten zwanzig Jahren hat sich dieses Projekt auf viele weitere deutsche Städte ausgedehnt.

Neben dieser Funktion sind Gärten auch in der Lage, das Umweltverständnis und –bewusstsein zu fördern. Ein erwähnenswertes Beispiel, wie bereits Kindern Umwelt nahe gebracht werden kann, sind die in Deutschland weit verbreiteten Schulgärten. Genau wie ich damals in der Grundschule in Schwarzenbach am Wald schon die Möglichkeit hätte, so können Kinder auch heute in vielen Grundschulen „Gärtnern“ als Schulfach wählen. Als Ausgleich zum Unterricht haben die Kinder so die Möglichkeit, in den von der Schule operierten Gärten auf spielerische Art und Weise den Umgang mit der Natur zu erfahren. Gerade in Großstädten, in denen die meisten Familien keinen eigenen Garten haben und deshalb oft der Umgang mit der Natur fehlt, nehmen die Schulgärten eine primäre Rolle im Schärfen des Umweltbewusstseins ein.

Eigene Erlebnisse der vergangenen Tage

Also ich muss schon sagen, dass der Juli ein sehr ereignisreicher Monat war, ähnlich wie damals im Mai, als uns Horst Köhler mit seinem Besuch beehrte. Das erste Highlight für mich in diesem Monat war, dass ich die Möglichkeit bekommen habe , dem chinesischen Minister für Wissenschaft und Technologie (!), Herr Wan Gang den Pavillon zu zeigen. Er war zusammen mit seiner Frau, seiner Tochter sowie einer 15-köpfigen Delegation angereist, darunter auch vielen Sicherheitsleuten. Was von Anfang an eine sehr gute Basis geschaffen hat, war die Tatsache, dass er perfektes Deutsch gesprochen hat und mehrere Jahre in Deutschland gelebt hatte. So hatten wir die Möglichkeit, unsere Erfahrungen von China und Deutschland auszutauschen. Nach der Führung mit dem ehemaligen chinesischen Aussenminister war das die zweite hochrangige Delegation, die ich durch den Pavillon führen durfte.

Das zweite persönliche Highlight markierte ein Radiointerview mit dem zweitgrößten Radiosender Chinas – Chinese National Radio. Während meiner Arbeit im Pavillon kam unsere Presseabteilung zusammen mit den chinesischen Radiomoderatoren auf mich zu um zu fragen, ob ich Interesse hätte, Gast in einer zweistündigen Live-Radioshow zu sein. Wir würden uns während der Sendung hauptsächlich über Fussball und die EXPO unterhalten, meinte man zu mir. Obwohl mir zwar schon ein wenig mulmig zumute war, ob ich das Interview auf chinesisch bewältigen könnte, sagte ich letztendlich zum Interview zu.

Als dann der Tag gekommen war, war ich verständlicherweise total aufgeregt, zumal ich nicht wusste, welche Fragen man mir während der Show stellen würde. Als dann wir dann auf Sendung gingen, wurden mir zunächst einfache Fragen über meine Arbeit im Pavillon gestellt. Im Laufe der Sendung gingen wir dann mehr in die Materie und setzten uns mit den Stärken und Schwächen der einzelnen Fussball-Teams auseinander und tippten, wer denn die WM gewinnen würde. Bei einigen Fragen musste ich schon schwitzen, um eine passende Antwort zu finden. Nach den zwei Stunden war dann die Sendung zu Ende und meine Nervosität wurde abgelöst und durch ein ganz großes Glücksgefühl, da die Sendung wirklich gut verlaufen ist und mir bewusst wurde, dass mich ganz China hören konnte. Also so was erlebt man wirklich nur einmal im Leben.

Während des Interviews haben mich zwei meiner Freundinnen begleitet, die mir Mut machten und Fotos sowie Videos des Interviews festhielten.

Ich hoffe auch dieses Mal, dass Sie, meine Leser, meinen Beitrag interessant fanden und würde mich freuen, wenn Sie auch das nächste Mal einen Blick auf meine Berichterstattung werfen. Beste Grüße aus Shanghai,

Daniel Köcher

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Thema diese Woche: Nachhaltige Stadtentwicklung und soziale Nachhaltigkeit in der Stadt

Wie vielleicht die meisten Leser meiner Berichte noch wissen, stand das letzte Mal der Stadtrand im Fokus. Dieses Mal wollen wir unsere Aufmerksamkeit weg von der Peripherie hin in die Stadt selbst bewegen. Nachhaltige Stadtentwicklung umfasst viele Bereiche und manifestiert sich in unterschiedlichsten Formen.

Eine der Bereiche ist die Transformation bestehender Bausubstanz, Neues auf Altem oder aus Altem entstehen zu lassen. Ein Paradebeispiel dazu zeigt uns die Hafen City in Hamburg. Dort entsteht seit längerem auf einem 157 Hektar großen ehemaligen Hafengelände ein neues innerstädtischer Quartier. Alte Hafengebäude wurden und werden noch in neue Bereiche des Wohnens, Arbeitens und Entspannens transformiert. Im Sinne einer nachhaltigen Urbanisierung wird dabei nicht nur auf hohe Umweltstandards bei den Gebäuden geachtet, sondern es wurden bewusst unterschiedliche Bereiche des Lebens auf diesen 157 Hektar vereint. Hamburg City unterstreicht im Besonderen das Konzept des Deutschen Pavillons Balancity und zeigt schon heute, wie die Stadt der Zukunft konkret aussehen kann.

Auch in Hochfranken, einem ländlichen, nur wenig verstädterten Raum gibt es zahlreiche Beispiele für Entwicklung im Bestand. Zuallererst sind hierbei natürlich die zahlreichen Konversionsobjekte zu nennen. In der Hauptsache handelt es sich um Industriebrachen aus den Hochzeiten der Textil- und Prozellanindustrie respektive der Nutzung unserer Region an der ehemaligen innerdeutschen Grenze sowie der zur Tschechischen Republik als verlängerte Werkbank der Nation – der Grenzlandförderung sei dank.

Diese Flächen und einige ehemalige militärisch genutzte Areale konnten vielfältigen Nutzungen zugeführt werden – Wohnen, Produtkion, Handel, Lager mit und ohne Abriss und Neubau. Selbst Rückbau und verwertung als innerstädtische Grünfläche kommt vor. Das Kuratorium Hochfranken hat mehrere Untersuchungen zu Konversionsflächen erstellt.

Außerdem ist anzuführen, dass Bayern den höchsten Flcähenverbrauch Deutschlands aufweist. Insbesondere in ländlichen Räumen , welchen zudem durchweg eine verschärfte demographische Eentwicklung vorhergesagt wird, sollte daher Innen- bzw. Bestandsentwicklung vor der Ausweisung neuer Wohn- oder Gewerbeflächen stehen. Das wird den Kommunen nicht nur vor dem Hintergrund einer besseren Auslastung der bereits bestehenden Infrastruktur wohl bekommen, sondern sichert auch ein weiterhin ansprechendes Landschaftsbild – eines der größten Pfunde des ländlichen Raumes.

Diese Ressourceneffizeinz ist ganz nebenbei eine sehr schöne Überleitung zum Thema Energieeffizenz…

Einen weiteren Aspekt nachhaltiger Urbanisierung umfasst der Bereich „energieeffizientes Bauen“. Um der Umwelt den nötigen Respekt zu erweisen, aber auch wegen der Tatsache, dass fossile Brennstoffe nicht ewig zur Verfügung stehen können, erweist es sich durchaus als überlegenswert, die Energieversorgung des eigenen Heims durch erneuerbare Energien  gewährleisten zu lassen. Dass Mithilfe erneuerbarer Energien bereits eine positive Energiebilanz erreicht werden kann, zeigt die Plusenergie-Siedlung in Freiburg. Die Siedlung, bestehend aus ungefähr 60 Wohnhäusern und allesamt ausgestattet mit Solardächern, vernetzt mit einem Holzschnitzelkraftwerk, produziert im Jahr gerechnet mehr Energie mithilfe regenerativer Energien als sie verbraucht. Um den Energieverbrauch möglichst gering zu halten, sind die Häuser zusätzlich mit extradicken Fenstern sowie mit energieschonenden Wärmedämmmaterialien in den Wänden versehen. Diese Kombination gewährleistet, dass diese sechzig Wohnhäuser am Ende des Jahres eine positive Energiebilanz erreichen. Natürlich muss dazu viel Geld investiert werden und der Großteil der Bevölkerung kann sich eine solche Investition nicht leisten. Zumindest aber lässt sich an diesem Beispiel sehen, dass der Traum, 100% regenerativ Energie zu produzieren, gar kein Traum ist und wir bereits über die notwendigen Technologien verfügen.

Einige Stichpunkte sollen an dieser Stelle genügen:

Als einer der am dichtesten industriealisierten Regionen Europas existieren in Hochfranken viele Flächdächer, die man optimal für Photovoltaikanlagen nutzen kann. Selbst Objekte in Insolvenzverwaltung sind bestens geeigent – schließlich sorgt diese über Jahrzehnte für die bauliche Instandhaltung der Gebäude.

Holz istin Hochfranken in rauhen Mengen vorhanden – Frankenwald und Fichtelgebirge sind quasi unerschöpfliche Ressourcen. Die Herausforderung der kleinteiligen Besitzstrukturen wird derteit von mehreren Initiativen aktiv angegangen – schließlich sollte man dieses Kapital auch monetär Nutzen können.

Wahrscheinlich noch spannender sind die Beiträge der hochfränkischen Industrie und Froschung. Hochfranken ist dabei sich als Green Tech Region zu profilieren.Die Voraussetzungen sind bestens – Vliesstoff- und Kunststoffhersteller produzieren Dämmmaterialien, Maschinenbauer energieeffizeinte Geräte und solche zur Nutzung von z.B. Windenergie, Geothermie oder zur Abwasseraufbereitung, IT Institute und Heizungs-/Kältetechnikunternehmen profilieren sich in Effizienten Stuerungssystemen. All dies ist getragen von der Hochschule Hof und Unternehmen wie z.B. einer Rehau AG, wie dieser Film eindrucksvoll belegt: hier klicken!

Als einen letzten Aspekt zum Thema möchte ich noch die soziale Nachhaltigkeit innerhalb der Stadt anschneiden. Durch den demographischen Wandel hin zu einer immer älter werdenden Gesellschaft, aber auch der zunehmende Multikulturalismus innerhalb der Stadt, sind neue Wege zur Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts unabdingbar. Wie ein kultur- und generationsübergreifendes Band geschaffen werden kann, lässt sich in Stuttgart sehen. Im Mehrgenerationenhaus finden sich Leute unterschiedlichster Altersgruppen und Kulturen zusammen. Das Haus bietet vielfältige Dienstleistungen an: Betreutes Wohnen für Senioren, Kinderbetreuung, Kindersingen und auch ein öffentliches Wohnzimmer, in dem Kinder spielen können, die Eltern Kaffee trinken und Senioren in einem gemütlichen Sessel ein Buch in der Leseecke lesen.

Hochfranken ist vom Demographischen Wandel allen Voraussagen nach besonders betroffen. Dementsprechend mannigfaltig sind die Aktivitäten in unserem Raum – Mehrgenerationenhäuser, Kongresse, Initiativen. An dieser Stelle müssen wir uns stark beschränken. Hochfranken soll Modellregion für den Demographischen Wandel werden – das kann das Regionalmanagement nur unterstützen!

Natürlich gibt es viele weitere Beispiele, die unter dem Wochenthema aufgeführt werden könnten. Mein Bericht soll lediglich eine kurze inhaltliche Skizzierung sein und Aufmerksamkeit und Interesse erwecken.

Es bereitet mir immer wieder sehr viel Freude, mit den chinesischen Besuchern diese Themen zu diskutieren. Nicht nur merke ich, wie bei mir selbst ein noch größeres Bewusstsein für die Möglichkeiten nachhaltiger Urbanisierung entsteht, auch sehe ich, wie Chinesen immer mehr ein Bewusstsein für Natur und Umwelt entwickeln. Nach einem netten Gespräch mit den Besuchern steht am Ende meistens das obligatorische Erinnerungsfoto an. Apropos Erinnerungsfoto: letzte Woche ist mir im Pavillon doch glatt die diesjährige Miss USA über den Weg gelaufen. Aber das nur a m Rande.

Ich hoffe, dass Sie sich auch für das Thema interessieren und so verbleibe ich vorerst mit lieben Grüßen aus Shanghai an all meine Leser.

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„Better City, Better Life“ – wir nähern uns dem Thema

Wie bestimmt viele Leser meiner Berichte bereits wissen und auch aus den Medien erfahren haben, handelt es sich bei der diesjährigen EXPO um das Thema „Better City, Better Life“, mit anderen Worten, wie kann man das Stadtleben von Morgen verbessern. Doch bevor wir uns näher mit dem Leben in der Stadt auseinandersetzen, wollen wir zunächst einen Blick auf das werfen, was sich in der Umgebung der Städte befindet, denn Stadtrandstrukturen haben maßgeblichen Einfluss auf die Lebensqualität innerhalb der Städte nehmen.

Ein markantes Kennzeichen deutscher Stadtrandstrukturen sind Wälder. Im Vergleich zu anderen Ländern ist Deutschland einer der Länder mit dem größten Waldanteil. Knapp ein Drittel Deutschlands ist von Wald bedeckt. Wälder bieten sich nicht nur als perfekte Erholungsgebiete für die Stadtbevölkerung an, sondern sie sind auch perfekte CO2-Speicher und somit Schlüsselfaktoren für das Erreichen der Klimaschutzziele. Im Deutschen Pavillon wird repräsentativ für Deutschland der Schwarzwald mit einer Fotoaufnahme aus der Luft dargestellt. Immer wenn ich an diesem Austellungsobjekt vorbeilaufe und es den chinesischen Besuchern erkläre, muss ich gleichzeitig auch immer an meine eigene Heimat und den Frankenwald denken, der im Deutschen Pavillon ebenso eine perfekte Figur gemacht hätte.

Zum Thema Wald und Holz sind in Hochfranken rege Aktivitäten zu vermelden. Die beiden Naturparke „Fichtelgebirge“ und „Frankenwald“ - und somit auch die touristischen Highlights Hochfrankens – laden nicht nur zum Wandern, Skifahren oder Mountainbiken ein. SIe sind auch ein erheblicher Wirtschaftsfaktor. Und das bereis jetzt, wenn wir aus unseren Wäldern und deren CO2-Speicherfunktion noch kein direktes Kapital schlagen können. Vielmehr lässt sich das Holz aber als Baustoff, als nachwachsender Energieträger oder auch als Medium für Kunst verwenden. Die „Sechsämterland Holztage“ und die „FrankenWALDtage“ greifen dies auf. Waldbesitzer, Dienstleister, Kommunen – die REgion hilft zusammen, die (regionale) Wertschöpfung aus diesem natürlich und im Überfluss vorhandenem Gut zu steigern.

Deutsche Stadtrandstrukturen zeichnen sich jedoch nicht nur durch grüne Erholungsgebiete aus, sondern sie sind auch Standort für nachhaltige Versorgungseinrichtungen.

Ein Beispiel dafür sind Windenergieparks, die vor allem im Norden Deutschland sehr häufig anzutreffen sind. Mittlerweile befinden sich in Deutschland bereits über 20000 Windkraftanlagen, die heute schon 7% des deutschen Bruttostromverbrauchs decken. Mit dem diesjährigen Einstieg Deutschlands in die Offshore-Windenergie kann dieser Anteil nochmals signifikant steigen.

Einer der führenden Maschinenbauer in Deutschland und Europa, die Greiffenberger Gruppe fertigt im Übrigen in ihrem Stammwerk in Marktredwitz hocheffiziente Generatoren für Windkraftanlagen der neuesten Generation. Made in Hochfranken!

Neben Windenergieanlagen stößt man im deutschen Stadtrand auch auf Solaranlagen. So unterstreicht beispielsweise der Solarpark in Waldpolenz/Leipzig, einer der größten Solarkraftwerke weltweit, Deutschlands Vorreiterrolle als Erzeuger erneuerbarer Energien.

In meinem nächsten Bericht werden wir uns gemeinsam direkt in deutsche Städte begeben und uns näher mit nachhaltiger Stadtentwicklung auseinandersetzen. Ich würde mich freuen, wenn Sie auch weiterhin meine Berichte lesen und sich Gedanken zu den einzelnen Themen machen.

Bis dahin verbleibe ich mit den besten Grüßen aus Shanghai an meine Leser und an meine Heimat Hochfranken.

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Ehemaliger chinesischer Außenminister nimmt deutschen Pavillion im Schnelldurchgang

Ich weiß nicht genau, woran es gelegen hat, aber letzte Woche hatte ich an einem Arbeitstag weniger damit zu tun, den Besuchern Exponate zu erklären, sondern vielmehr damit, fast den ganzen Tag Fotos mit den Besuchern zu schießen. Kaum hat mich eine Chinesin nach einem Foto mit mir gefragt, kamen in Scharen immer mehr Leute an, die den gleichen Wunsch hatten. Damit ich mich auch wieder meiner Arbeit widmen konnte, sagte ich den Besuchern nach ungefähr jedem zehnten Foto, es gäbe in den nächsten Austellungsräumen noch viel hübschere Hosts als mich; dieser Satz hast meistens gezogen und sorgte für viel Gelächter unter den Besuchern, die dann mit einem Schmunzeln im Gesicht weiter in den Pavillon vordrangen.

Touristen mit Fotos zieht es seit langem nach Hochfranken – neuerdings auch in die Jahrhundertausstellung zum Thema Porzellan: Königstraum und Massenware in den Porzellanikons.

Als an einem anderen Tag (wie jeden Tag vor Schichtbeginn), die Führungen für den jeweiligen Tag verteilt wurden, entschied ich mich für eine Führung mit einem ehemaligen Mitglied der chinesischen State Council, also einem politischen Organ, dem die höchsten 50 Politiker Chinas angehören. Nun gut, dachte ich mir, was ist schon dabei, diese Führung zu übernehmen. Als die 15-köpfige Delegation ankam, musste ich widererwarten feststellen, dass darunter bestimmt 8 Securities dabei waren, die im Verlauf der Führung freundlich die vor uns liegenden Besucher „weggeschoben“ haben, um den Weg für das ehemalige Mitglied der State Council frei zu machen. Selbst ich wurde immer wieder gebeten, die Führung schneller zu machen und so waren wir nach 20 Minuten anstatt der üblichen 60 Minuten durch den Pavillon durch und weg war die Delegation auch schon wieder. Im Nachhinein habe ich dann erfahren, dass ich den ehemaligen Aussenminister von China, Tang Jiaxuan, durch den Pavillon geführt habe, was auch die Schnelligkeit der Führung und das Sicherheitspersonal erklärte. Ja ja, da führt man den ehemaligen Aussenminister durch den Pavillon und weiß es nicht mal…;-)

In meiner Freizeit habe ich mir mit meinen Freunden noch ein paar andere Pavillons angesehen, darunter wirklich „inhaltlich sehr interessante“ Pavillons, wie den kubanischen, den venezuelischen und den chilenischen Pavillon. Natürlich sage ich dies mit ein wenig Ironie. Vielmehr als das Thema der EXPO aufzugreifen, geht es diesen drei Pavillons eher darum, eine entspannte Atmosphäre für die Besucher zu schaffen. Angefangen haben wir mit einem Cocktail im kubanischen Pavillon, der aus nicht mehr als einer Cocktailbar besteht, an der man auch kubanische Zigarren erstehen kann. Weiter ging es mit einer Runde Hängematten-Liegen im venezuelischen Pavillon, gefolgt mit einem guten Rotwein in Chile. Ein wirklich tolle Oase nach Feierabend, liegen die drei Pavillons zudem noch direkt nebeneinander.

Cocktials und Hängematte – das ist genau der Zeitvertreib, den man in Hochfranken bei Temperaturen um die 30°C im Schatten wohlgemerkt auch näher verfolgen sollte. Wir haben eben alles – vernünftige Winter mit Schnee und der Gelegenheit an unseren Liften in den beiden Naturparken Fichtelgebirge und Frankenwald ausgiebig Ski zu fahren, echten Frühling und Herbst, warme – jedoch keine schwül-heißen Sommer – und die 5te Jahreszeit natürlich auch.

Ein erwähnenswertes Hightlight der letzten Woche waren die zwei Konzerte der Hamburger Band ‘Revolverheld’, einmal unter freiem Himmel auf dem EXPO-Gelände und ein anderes Mal in einem angesagten Shanghaier Club. Als ein Fan der Band hat es mich riesig gefreut, die Gelegenheit bekommen zu haben, mich mit den Jungs von Revolverheld zu unterhalten und zusammen mit ihnen und ein paar Arbeitskollegen ein Foto zu machen.

Bei uns gab es zuletzt 10 DJs in 10 Stunden – und allenthalben bereiten wir uns auf die WM vor, z.B. in Selb.

Es ist weiterhin eine unglaubliche spannende und unvergessliche Zeit, die meine Arbeitskollegen und ich hier erleben. Wir freuen uns gemeinsam auf die weitere Zeit.

Viele Grüße an alle Leser meiner Berichte und beste Güße aus Shanghai an Hochfranken.

Bis zum nächsten Mal,

Daniel Köcher

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Bundespräsident Köhler zu Gast …

Wie ich letztes Mal bereits angekündigt habe, durften wir am Mittwoch den höchsten deutschrangigen Besuch am Deutschen Pavillon empfangen, unseren Bundespräsidenten Horst Köhler. Kurz vor Ankunft des Präsidenten wurden in den Warteschlangen und unter den Besuchern in der Nähe kleine deutsche Flaggen verteilt, um das Staatsoberhaupt gebührend zu empfangen. Ich stand zu diesem Zeitpunkt direkt am Eingang des Pavillons und konnte seine Ankunft aus nächster Nähe miterleben.

Kleine Hochfrankenflaggen wären auch was nettes – für das Willkommensfest für Neubürger am 26. September im Auenpark Marktredwitz zum Beispiel. Ich stell mir gerade unsere Politiker zum Empfangsspalier vor …

Umgeben von Leuten des BKA, der Deutschen Luftwaffe, der Presse und der Pavillondirektion machte sich Herr Köhler nach ein paar Fotos auf den Weg in den Pavillon. Dadurch, dass so viele Leute um ihn herum standen, war es sehr schwierig, eine gute Sicht auf ihn zu gewinnen. Nichtsdestotrotz konnte ich ihm im Vorbeigehen einen kurzen hochfränkischen Willkommensgruß zukommen lassen, was den Präsidenten dann auch dazu veranlasste, sich umzudrehen und meinen Gruß zu erwidern. Da hab ich mich sehr gefreut.

Nachdem seinem Pavillonbesuch ging er aus dem Hintereingang mit seiner 100-köpfigen Delegation Richtung Limousine. Auf dem Weg dorthin konnte ich mich zwischen die Leute des BKA drängeln und ihn ganz in seiner Nähe mit zur Limousine begleiten.

Am Abend hielt der Präsident an einer anderen Location noch einen großen Abendempfang für 2000 Gäste ab, bei dem ein paar Hosts und Hostessen des Pavillons (darunter auch mir) zugegen sein durften. Der Abend wurde geschmückt mit einem irrsinnig riesigen Buffet, einer Ansprache des Präsidenten, einer chinesischen Oper und schöner Piano-Musik. Der Tag erreichte für mich persönlich den Höhepunkt, als ich mit dem Bundespräsidenten und seiner Frau sowie zwei Abeitskollegen ein Foto machen durfte.

In der Nacht wurde dann für die Mitarbeiter des Deutschen Pavillons noch eine Party in einer der angesagtesten Clubs in Shanghai veranstaltet, in der uns deutsche Künstler mit Top-Musik versorgten.

Es war ein unvergesslicher Tag und schon jetzt einer der Höhepunkte der gesamten EXPO.

Ich freue mich auf die Ereignisse, die da noch kommen.

Bis dahin, alle Gute aus Shanghai

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Meine ersten Delegationen

In der letzten Woche hatte ich meine ersten zwei Führungen durch den Pavillon. Die erste war zusammen mit dem Chef der Deutschen Handwerksmesse und seiner drei-köpfigen Delegation.

Natürlich war ich etwas nervös  – es war schließlich meine erste Führung. Ich tat mein Bestes, die Herren zu interessieren, aber wahrscheinlich waren Sie gedanklich noch beim ein oder anderen Abschluss, den Sie für unser schönes Land getätigt hatten ;-)

Ich werde an mir arbeiten, wenn’s hilft.

Umso besser verlief jedoch die zweite Führung mit dem Bürgermeister von Xuzhou und seiner neun-köpfigen Delegation. Die Stadtbefindet sich ganz in der Nähe von Shanghai. In ihrem Einzugsgebiet leben ungefähr 10 Millionen Menschen. Die ganze Führung verlief recht flüssig, auch wenn hier und da mein Chinesisch vor allem bei High-Tech Exponaten ein wenig holprig war. Am Ende tauschten wir Visitenkarten aus und er lud mich ein, doch mal bei Gelegenheit nach Xuzhou zu kommen, um die Stadt zu besichtigen.

Ein weiteres Highlight war die Besichtigung des chinesischen Pavillons, der alle anderen Pavillons in Sachen Architektur, Größe und Inhalt bei weitem in den Schatten stellt. Neben einem ungefähr zehn-minütigen Film über die chinesische Kultur in Hollywood-Manier, über eine Rundfahrt durch eine nachkonstruierte chinesische Landschaft bis hin zu Lösungsentwürfen zur CO2-Reduzierung und einem fantastischen Blick aus dem 10.Stock über das EXPO-Gelände war alles vertreten.

Am 19. Mai steht ein weiteres Highlight im Deutschen Pavillon an: Bundespräsident Köhler wird vorbeikommen. Ich bin gespannt, wie dieser Tag werden wird.

Bis bald und Grüße nach Hochfranken aus Shanghai.

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Nach der ersten Woche…

gibt es viel zu berichten. Hier ein kleiner Auzug – ich muss die vielen tollen Eindrücke ja irgendwie beschränken:

Am letzten Samstag, den 08.05. 2010 hatte ich morgens die Aufgabe, direkt am Eingang des Deutschen Pavillons zu stehen und die in langen Schlangen anstehenden Gäste zu begrüßen. Meistens auf Hochchinesisch, manchmal auf Englisch und hier und da mit ein paar Brocken Shanghainesisch begrüßte ich die Gäste und wurde vielfach mit Fotos von ihnen belohnt. Am meisten Erstauen erregte ich dabei immer, wenn ich mit dem örtlichen Shanghai-Dialekt geredet habe, das wäre dann in etwa so, wenn umgekehrt ein Chinese das „Fränkeln“ anfangen würde.

An meinen freien Tagen bot sich mir die Möglichkeit, auch andere Pavillons zu besichtigen. Es ist unglaublich, wie vielfältig die verschiedenen Nationen das EXPO Thema „Better City, Better Life“ aufgreifen. Wo der Deutsche Pavillon sehr genau das Thema aufgreift und versucht, viele Projekte und Lösungsansätze für ein nachhaltiges Stadtleben zu präsentieren, zeigt der Italienische Pavillon hingegen vor allem seine Art zu Leben in Form von Mode, Autos, Spaghetti und Rotwein.

Am Montag, 10.05.2010, früh habe ich im Pavillon den Vize-Bürgermeister von Tianjin getroffen, der sich mit einer Delegation unseren Pavillon angesehen hat. Tianjin liegt ganz in der Nähe von Peking (120km) und hat eine Bevölkerung von 10 Millionen Einwohnern. Wir sind sehr gut ins Gespräch gekommen und wir haben über viele Dinge geplauscht wie beispielsweise über sein Studium in Amerika und darüber, wo ich denn genau aus Deutschland her komme. Er hat sich von Hochfranken sehr beeindruckt gezeigt.

Morgen früh am Dienstag habe ich meine erste Delegation, die ich durch den Deutschen Pavillon begleiten und führen werde. Es handelt sich dabei um den Geschäftsführer der Gesellschaft für Handwerksmessen und seiner Entourage. Bin gespannt, wie die Führung werden wird und welche interessanten Ereignisse in den nächsten Tagen aufwarten.

Bis bald aus Shanghai.

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Dann beginne ich einfach mal…

Vor dem offiziellen Start der EXPO am 1.Mai hatte der Deutsche Pavillon bereits an drei Trial-Days für die chinesischen Besucher geöffnet. Am Pavillon enstanden während dieser Zeit bereits Warteschlangen von bis Unser Mann aus Hochfranken in Shanghai, WorldExpo 2010zu fünf Stunden. Damit die Warteschlange nicht noch länger wurde, habe ich zusammen mit einem Kollegen und den Polizisten vor Ort Schilder aufstellen lassen, damit sich die Besucher nicht weiter anstellen. Nachdem dies leider keinen Effekt hatte, bekam ich ein Megafon in die Hand gedrückt und durfte die Besucher zwar mit lautem, aber höflichem Chinesisch darum bitten, sich nicht weiter anzustellen. Völlig erschrocken, dass ich Chinesisch sprechen kann, haben sich die Besucher dann unerwartet völlig auf mich konzentriert und begannen Fotos von mir zu schießen, anstatt sich anzustellen. Das war dann doch sehr lustig.

Für alle Mitarbeiter fand am Ende des ersten Tages noch ein kleines Fest im Pavillon statt. Begonnen mit Dankesreden vom Deutschen Botschafter Peking und dem Generalkommissar des Deutschen Pavillons Dietmar Schmitz vom Bundesaussenministerium, wurde die Feier fortgesetzt mit deutschem Bier und Büffet und mit einem VJ aus Deutschland, der für die passende Musik sorgte.

Während der letzten Tage hatte der Deutsche Pavillon die Ehre, den chinesischen Vizepräsidenten Xi Jinping und die europäische Aussenminsterin Catherine Ashton zu empfangen. Sie zeigten sich durchweg positiv vom Pavillon begeistert. Genau den gleichen Eindruck haben mir bis jetzt auch die chinesischen Besucher gegeben, von denen die meisten den Deutschen Pavillon als den besten gleich nach dem Chinesischen Pavillon einstufen.

Viele Grüße aus Shanghai,

Daniel Köcher

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Hallo Welt!

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