Wie bestimmt viele Leser meiner Berichte bereits wissen und auch aus den Medien erfahren haben, handelt es sich bei der diesjährigen EXPO um das Thema “Better City, Better Life”, mit anderen Worten, wie kann man das Stadtleben von Morgen verbessern. Doch bevor wir uns näher mit dem Leben in der Stadt auseinandersetzen, wollen wir zunächst einen Blick auf das werfen, was sich in der Umgebung der Städte befindet, denn Stadtrandstrukturen haben maßgeblichen Einfluss auf die Lebensqualität innerhalb der Städte nehmen.
Ein markantes Kennzeichen deutscher Stadtrandstrukturen sind Wälder. Im Vergleich zu anderen Ländern ist Deutschland einer der Länder mit dem größten Waldanteil. Knapp ein Drittel Deutschlands ist von Wald bedeckt. Wälder bieten sich nicht nur als perfekte Erholungsgebiete für die Stadtbevölkerung an, sondern sie sind auch perfekte CO2-Speicher und somit Schlüsselfaktoren für das Erreichen der Klimaschutzziele. Im Deutschen Pavillon wird repräsentativ für Deutschland der Schwarzwald mit einer Fotoaufnahme aus der Luft dargestellt. Immer wenn ich an diesem Austellungsobjekt vorbeilaufe und es den chinesischen Besuchern erkläre, muss ich gleichzeitig auch immer an meine eigene Heimat und den Frankenwald denken, der im Deutschen Pavillon ebenso eine perfekte Figur gemacht hätte.
Zum Thema Wald und Holz sind in Hochfranken rege Aktivitäten zu vermelden. Die beiden Naturparke “Fichtelgebirge” und “Frankenwald” - und somit auch die touristischen Highlights Hochfrankens – laden nicht nur zum Wandern, Skifahren oder Mountainbiken ein. SIe sind auch ein erheblicher Wirtschaftsfaktor. Und das bereis jetzt, wenn wir aus unseren Wäldern und deren CO2-Speicherfunktion noch kein direktes Kapital schlagen können. Vielmehr lässt sich das Holz aber als Baustoff, als nachwachsender Energieträger oder auch als Medium für Kunst verwenden. Die “Sechsämterland Holztage” und die “FrankenWALDtage” greifen dies auf. Waldbesitzer, Dienstleister, Kommunen – die REgion hilft zusammen, die (regionale) Wertschöpfung aus diesem natürlich und im Überfluss vorhandenem Gut zu steigern.
Deutsche Stadtrandstrukturen zeichnen sich jedoch nicht nur durch grüne Erholungsgebiete aus, sondern sie sind auch Standort für nachhaltige Versorgungseinrichtungen.
Ein Beispiel dafür sind Windenergieparks, die vor allem im Norden Deutschland sehr häufig anzutreffen sind. Mittlerweile befinden sich in Deutschland bereits über 20000 Windkraftanlagen, die heute schon 7% des deutschen Bruttostromverbrauchs decken. Mit dem diesjährigen Einstieg Deutschlands in die Offshore-Windenergie kann dieser Anteil nochmals signifikant steigen.
Einer der führenden Maschinenbauer in Deutschland und Europa, die Greiffenberger Gruppe fertigt im Übrigen in ihrem Stammwerk in Marktredwitz hocheffiziente Generatoren für Windkraftanlagen der neuesten Generation. Made in Hochfranken!
Neben Windenergieanlagen stößt man im deutschen Stadtrand auch auf Solaranlagen. So unterstreicht beispielsweise der Solarpark in Waldpolenz/Leipzig, einer der größten Solarkraftwerke weltweit, Deutschlands Vorreiterrolle als Erzeuger erneuerbarer Energien.
In meinem nächsten Bericht werden wir uns gemeinsam direkt in deutsche Städte begeben und uns näher mit nachhaltiger Stadtentwicklung auseinandersetzen. Ich würde mich freuen, wenn Sie auch weiterhin meine Berichte lesen und sich Gedanken zu den einzelnen Themen machen.
Bis dahin verbleibe ich mit den besten Grüßen aus Shanghai an meine Leser und an meine Heimat Hochfranken.